Die IT-Architektur der meisten Mittelständler ist historisch gewachsen: Ein ERP-System als monolithischer Kern, darum herum spezialisierte Anwendungen, verbunden durch Punkt-zu-Punkt-Integrationen und manuelle Datenübertragungen. Diese Architektur hat jahrelang funktioniert — doch sie wird zum Engpass, wenn Geschäftsmodelle sich schneller ändern müssen als die IT liefern kann. Gartner hat dafür den Begriff "Composable Enterprise" geprägt: ein Unternehmen, dessen IT-Architektur aus austauschbaren, kombinierbaren Bausteinen besteht, die sich so flexibel zusammenstellen lassen wie Legosteine.[1]
Die Idee ist nicht neu — serviceorientierte Architekturen (SOA) verfolgten in den 2000er-Jahren ein ähnliches Ziel. Doch die technologischen Voraussetzungen haben sich grundlegend verändert: Cloud-native Infrastrukturen, Container-Orchestrierung mit Kubernetes, API-Management-Plattformen und Event-Streaming-Systeme wie Apache Kafka machen die modulare Vision erstmals praktikabel. Laut Gartner werden bis 2027 mehr als 60 Prozent der neuen Geschäftsanwendungen auf einer Composable-Architektur basieren — gegenüber weniger als 20 Prozent im Jahr 2023.[1]