DORA im Überblick: Warum jetzt handeln?
DORA harmonisiert erstmals EU-weit die Anforderungen an die digitale operationelle Resilienz im Finanzsektor. Die Verordnung ersetzt das bisherige Flickwerk nationaler Regelungen durch einen einheitlichen Rahmen, der für alle 27 EU-Mitgliedsstaaten gilt.[1]
Der Anwendungsbereich ist bewusst breit gefasst: Betroffen sind nicht nur Banken und Versicherungen, sondern auch Wertpapierfirmen, Zahlungsinstitute, Krypto-Dienstleister und — erstmals in dieser Form — kritische IKT-Drittdienstleister wie Cloud-Provider, Rechenzentren und Managed-Service-Anbieter.[2]
Die BaFin hat klargestellt, dass sie die Einhaltung von DORA aktiv prüfen wird. Verstösse können mit Geldbussen und aufsichtsrechtlichen Massnahmen geahndet werden. Für IT-Leiter bedeutet das: DORA ist kein Compliance-Projekt, das man auf 2027 verschieben kann — die Frist ist bereits abgelaufen.[3]
Insgesamt umfasst DORA 64 Artikel, ergänzt durch zahlreiche technische Regulierungsstandards (RTS) und Implementierungsstandards (ITS), die von den europäischen Aufsichtsbehörden (ESAs) erarbeitet wurden.