Die Cloud-Migration war das bestimmende Paradigma der vergangenen Dekade. Doch seit 2023 mehren sich die Stimmen, die eine differenziertere Betrachtung fordern. Cloud-Repatriation — die gezielte Rückverlagerung von Workloads aus der Public Cloud in eigene oder kolokierte Infrastruktur — ist kein Rückschritt, sondern Ausdruck reifender IT-Strategien.[1]
Der prominenteste Fall: 37signals, das Unternehmen hinter Basecamp und HEY, verlagerte 2023 seine Infrastruktur aus der Cloud und sparte nach eigenen Angaben im ersten Jahr rund 1,5 Millionen US-Dollar an Betriebskosten.[2] Gründer David Heinemeier Hansson bezeichnete die Cloud-Kosten für stabile Workloads als "absurd" und argumentierte, dass die Flexibilitätsversprechen der Cloud für vorhersehbare Lastprofile schlicht überteuert seien.[3]
Doch was für ein Unternehmen mit eigenem Ops-Team funktioniert, ist nicht automatisch die richtige Strategie für den deutschen Mittelstand. Die Entscheidung erfordert eine nüchterne Analyse von Kosten, Kompetenzen und Compliance-Anforderungen.