Technische Schulden sind der stille Killer der IT-Produktivität. McKinsey schätzt, dass Unternehmen durchschnittlich 20 bis 40 Prozent ihres gesamten Technologie-Budgets für die Bewältigung technischer Schulden aufwenden — Ressourcen, die für Innovation fehlen.[1] Der Stripe Developer Survey beziffert den Produktivitätsverlust konkreter: Entwickler verbringen im Durchschnitt 33 Prozent ihrer Arbeitszeit mit der Bewältigung technischer Schulden und der Wartung von Legacy-Code.[2]
Der Begriff "Technical Debt" wurde 1992 von Ward Cunningham geprägt, um nicht-optimale technische Entscheidungen als bewusste Investition mit späterem Rückzahlungsbedarf zu beschreiben.[3] Doch in der Praxis sind die meisten technischen Schulden nicht das Ergebnis strategischer Entscheidungen, sondern von Zeitdruck, mangelndem Wissen oder fehlender Governance.
Für IT-Leiter im Mittelstand ist die zentrale Frage nicht, ob technische Schulden existieren — sie tun es immer —, sondern wie man sie systematisch identifiziert, priorisiert und in einem wirtschaftlich vertretbaren Rahmen abbaut.